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Entwicklung des Kindes Sprache Bewegung Ergotherapie Logopädie

Wissenswertes für Eltern

Die individuellen Prägungen von Kindern bei der Entwicklung der Grob- und Feinmotorik, des Seh- vermögens und des Sozialverhaltens, bedürfen einer ständigen Beobachtung, da sich die persön- lichen Stärken und Schwächen, die körperlichen, geistigen und sozialen Fähigkeiten stets entwickeln, verfeinern und verbinden.



Nach Einschätzungen von Experten setzen die therapeutischen Behandlungen bei Kindern zu spät ein. Sie fordern den Einsatz der Therapien bereits für drei- bis vierjährige Kinder und nicht erst beim Einstieg vom Kindergarten in die Grundschule. Quelle: Heilmittel-Report der AOK


Entwicklungsschritte des Kindes

In jedem Alter entwickeln Kinder neue Verhaltensweisen, erweitern ihren Wortschatz und entwickeln sich auch körperlich weiter.


Entwicklung im Alter von 2 ¾ bis 3 Jahre

In diesem Alter kann Ihr Kind bereits Drei- bis Fünfwortsätze (Ich habe einen Ball) artikulieren und ist in der Lage, den eigenen Vornamen auszusprechen. Es kann Körperteile auf Befragung erkennen sowie darauf deuten. Weiterhin kann es weitestgehend das Besteck richtig benutzen und unterschiedliche Formen auseinander sortieren.

Unser Tipp: Sprechen Sie so viel wie möglich mit Ihrem Kind, so lernt es schneller seine Gedanken zu kommunizieren und ganze Sätze zu sprechen.


Entwicklung im Alter von 3 ½ bis 4 Jahre

In diesem Alter hat Ihr Kind bereits sehr viel gelernt. Es sollte sich nahezu allein an- und ausziehen. Knöpfe und Reißverschlüsse sollte es allein schließen und öffnen können. Nur bei komplizierten Verschlüssen ist es noch auf Hilfe angewiesen. Es kann eine Schere gebrauchen und erkennbare Formen wie Viereck, Kreis... malen.

Unser Tipp: Kinder in diesem Alter sollten besonders viel Bewegung haben, da sich dies positiv auf den Körper auswirkt.


Ab dem Alter von 5 Jahren

In diesem Alter sollte die körperliche, motorische, geistige und soziale Entwicklung Ihres Kindes soweit fortgeschritten sein, dass es dafür bereit ist, an einem Vorschulprogramm im Kindergarten teilzunehmen. Gerade in diesem Alter zeigen sich oft Entwicklungsstörungen, die behandelt werden sollten. Wenn Sie als Elternteil in diesem Alter beunruhigt sind, sollten Sie dies umgehend dem Kinderarzt mitteilen.

Unser Tipp: Mit fünf Jahren hat ein Kind sich auf eine bevorzugte Körperseite festgelegt. Egal, ob Ihr Kind Rechts- oder Linkshänder ist, akzeptieren Sie die Entwicklung. Eine „Umschulung“ kann unter Umständen zu Lern- und Verarbeitungsstörungen führen.


Fachbegriffe anhand leichter Beispiele kurz erklärt

Oft sind therapeutische Fachbegriffe ein Rätsel für viele Eltern. Anhand leich verständlicher Beispiele werden hier die wichtigsten Fachbegriffe aus der Ergotherapie Logopädie erklärt.


Beispiele für Defizite im Bereich Ergotherapie


Gleichgewicht (Vestibulär)

  • Kind stolpert oft und fällt hin
  • Kind schaukelt, klettert und balanciert nicht gern

Berührung (Taktil)

  • Kind kuschelt nicht gern
  • Kind mag enge Kleidungsstücke und/oder Spielhöhlen nicht
  • Kind lässt sich nicht gern eincremen

Tiefensensibilität (Propriozeptiv)

  • Kind hat schlechte Eigenwahrnehmung (stößt oft an)
  • Kind schubst andere Kinder zu heftig und rauft zu wild
  • Kind zeigt verringertes Schmerzempfinden

Sehen (Visuell)

  • Kind verdreht Buchstaben und Zahlen
  • Kind hat Schwierigkeiten mit dem Abzeichnen
  • Kind erkennt nur schwer Formen
  • Kind kann Figuren (Bausteine) nur schwer nachbauen

Hören (Auditiv)

  • Kind reagiert spät auf Ansprache
  • Kind spricht kaum und ist sehr zurückhaltend
  • Kind kann Konsonanten nur schwer unterscheiden (T und P, T und K, etc.)

Feinmotorik

  • Kind malt und bastelt nicht gern
  • Kind schneidet ungenau und mühevoll
  • Kind baut eine hohe Körperspannung bei feinmotorischen Tätigkeiten auf

Aufmerksamkeit/Konzentration

  • Kind ist schnell durch verschiedene andere Reize abgelenkt
  • Kind ist unselbstständig bei alltäglichen Handlungen
  • Kind ist sehr sprunghaft bei seinen Interessen

Sozio-Emozional

  • Kind wird schnell aggressiv gegen sich und andere
  • Kind braucht viel Aufmerksamkeit in der Gruppe
  • Kind lässt sich schnell durch Misserfolge entmutigen und bricht die Tätigkeit ab

Beispiele für Defizite aus der Logopädie


Aussprache (Artikulation/Phonologie)

  • Kind bildet einzelne Laute und Lautverbindungen nicht nach den Regeln der Muttersprache: Loller statt Roller, Bume statt Blume, Kanne statt Tanne
  • Kind kann schwer reimen, Silben klatschen und Laute/Geräusche heraushören
  • Kind zeigt Auffälligkeiten im Bereich der Hörwahrnehmung und –verarbeitung
  • Kind sieht, tastet, hört und fühlt schlecht (Sensomotorische Wahrnehmung)
  • Kind hat Probleme in der Grob-, Fein- sowie Mundmotorik (Zunge liegt schlaff im Mund)

Wortschatz (aktiv/passiv)

  • Kind benutzt Gesten, um Sachverhalte zu erklären
  • Kind umschreibt Eigenschaften und Dinge, benennt diese aber nicht: ein Dings ... Äh
  • Kind kreiert neue Wortschöpfungen: dasdane

Grammatik

  • Kind lässt Wörter im Satz(bau) aus
  • Kind bildet falsche/fehlende Formen (Artikelfehlbildung, falsche Verbflexion, falscher Kasus/Tempus/Numerus, fehlerhafte Subjekt-Verb-Kongruenz)
  • Kind bildet Sätze falsch/Verbenstellung: Ich haben zwei Ball; ich net ess hab
  • Kind hat nur eine eingeschränkte Hör-Merkspanne

Kommunikation

  • Im Kindergartenalter sind häufig Störungen des Redeflusses/Entwicklungsstottern zu beobachten. Dies ist bei vielen Kindern ein normaler Bestandteil der Sprachentwicklung, kann sich jedoch manifestieren. Es werden einzelne Wörter oder Laute wiederholt: K-K-Kanne; M--ama

Informationen zur allgemeinen Sprachentwicklung von Kindern

  • bis zum 6. Monat: Das Baby reagiert auf Geräusche, bewegt Augen und Kopf zur Geräuschquelle
  • ab dem 12. Monat: Das Kind versteht einfache Aufträge – sagt „Mama“ und „Papa“
  • ab dem 18. Monat: Es versteht einfache Sätze und Aufgaben – benennt bekannte Dinge
  • ab dem 36. Monat: Verständnis einfacher Geschichten – bildet Sätze – stellt Fragen
  • ab dem 48. Monat: Das Kind kann Sätze wie ein Erwachsener bilden.

Der Spracherwerb ist ungefähr bis zum 6. Lebensjahr abgeschlossen.


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